Zaun

Sonnenberg-Neurotiker oder der Zaun

Ein Zaun grenzt aus, grenzt ab, schließt ein, beschützt. Es heißt manchmal, wir würden uns verstecken hinter unserem hohen Zaun, wären nicht offen für alle. Aber ehrlich, wir haben es probiert. Es war nicht möglich, den Zugang für alle zu realisieren. Wir mussten unser Stück Gartenland regelrecht von den Hundebesitzern unseres Viertels erobern. Vor zehn Jahren war hier eine vermüllte Brache mit viel Wildwuchs. Ab und zu streiften ein paar Kinder durch die Büsche. Dann wurde auf Initiative des Stadtteils und des Besitzers in einer gemeinsamen Aktion alles beräumt, der Besitzer ließ dann regelmäßig das Gras mähen.

Es entstand eine relativ große Fläche, die ausgiebig für den Hundeauslauf genutzt wurde. Es stank zum Himmel! Dazwischen wollten wir gärtnern. Es hat nicht funktioniert. Große Terrier pflügten durch die Beete, Herrchen und Frauchen drückten derweil die Zigaretten auf dem Boden aus. Wir leben seit Jahren auf dem Sonnenberg, Hundescheiße und überhaupt das Vorhandensein von großen Hunden auf Spielplätzen und Fußwegen sind immer wieder Themen, die das Zusammenleben stören. Und da kommt unser Unverständnis und Missmut über unsere Mitmenschen voll zum Tragen. Wir wurden regelrecht neurotisch, was das Thema Hunde angeht. Deswegen sind in unserem Garten keine Hunde erlaubt. Wir bieten dafür für die Kinder ein Stück garantiert kackefreies Land. Und deswegen haben wir einen großen Zaun um den Garten gebaut. Wer mitmachen möchte, bekommt einen Schlüssel und kann jederzeit rein! Die Hundehalter lassen ihre Tiere jetzt vor den Zaun kacken.

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